Christian Scherrer

Beiträge

    Das Werk des Druckers

    Seminar mit Willem Oorebeek und Christian Scherrer

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Die Hypernotomachia Poliphili (auf Deutsch übersetzt etwa: Der Traumliebeskampf des Vielfreundes), im Jahre 1499 in Venedig gedruckt und häufig für eines der schönsten und rätselhaftesten Erzeugnisse in der Geschichte des Buchdrucks befunden, markiert den Übergang vom mittelalterlichen Medium des handschriftlichen Codex zur neuzeitlichen Form des in Masseneditionen hergestellten Buches wie kein anderes seiner Art. Leonhard Schmeiser (österreichischer Philosoph, Übersetzer, Wissenschaftshistoriker und Medientheoretiker) nimmt das Werk aus der Hochrenaissance zum Anlass, um die Geburt des modernen Mediums Buch aus dem Geist der Archäologie zu rekonstruieren. In seinem Buch Das Werk des Druckers versucht er zu zeigen, wie der Drucker und zugleich Autor der Hypnerotomachia Aldus Manutius das gedruckte Buch als Medium in davor und danach nie da gewesener Weise bedeutsam werden lässt, ehe es im Laufe seines kulturellen Siegeszuges und seiner technischen Institutionalisierung transparent wird und einer kollektiven Bewusstlosigkeit anheim fällt. Mittels der These, das völlig unverstandene Werk sei während dem Prozess des Druckens vom Drucker selbst verfasst worden gewinnt Schmeiser angeblichen Druckfehlern bisher verborgen gebliebenen Sinn ab und entwickelt daran anknüpfend sehr aktuelle Überlegungen zum Verhältnis zwischen (reproduziertem) Text und Autor.

    In dem Seminar wollen wir uns der Hypnerotomachia Poliphili (auch anhand eines in Wien verfügbaren Original-Exemplars) und deren medienphilosophischer bzw. -historischer Interpretation durch Leonhard Schmeiser unter für den künstlerischen Umgang mit Medien relevanten Aspekten annähern. Wir wollen uns auseinandersetzen mit der Frage nach der Nützlichkeit einer Archäologie der Medien für die künstlerische Praxis, aber auch nach der möglichen Verwendung neuer Reproduktionsmedien als archäologische und archivische Instrumente.

    Der Buchdruck dient dabei als Ausgangspunkt, von dem aus auch „Graphismen“ anderer Art (z.B. Photographie und Phonographie) und diverse künstlerische Strategien des Reproduzierens Beachtung finden sollen. Auch Ideen zu eigenen künstlerischen Projekten können diskutiert werden.

     

    Für Fragen und Anmeldung: willem.oorebeek@skynet.be / christian.scherrer@gmx.at
    Geplante Termine (jeweils in der KKP-Klasse):

    Freitag 25.10.2013, 10:00 – 12:00 (Erstbesprechung)
    Freitag 13.12.2013, 10:00 – 14:00 (Schmeiser/Manutius, Exkursion in die Nationalbibliothek)
    Samstag 14.12.2013, 10:00 – 14:00 (Schmeiser/Manutius, Drucksachen von Willem)
    Dienstag 21.01.2014, 18:00 – 20:00 (Präsentationen)
    Donnerstag 23.01.2014, 18:00 – 20:00 (Präsentationen)
    Samstag 25.01.2014, 10:00 – 14:00 (evt. mit Leonhard Schmeiser)

     

    vorgeschlagene literatur:

    – „Hypnerotomachia Poliphili“, Francesco Colonna, 1998
    – „Das Werk des Druckers“, Leonhard Schmeiser, 2003

    – „Eccentric Spaces“, Robert Harbison, 1977

    -„Prints and Visual Communication“, William M. Ivins, 1957

    – „Die Druckerpresse: Kulturrevolutionen im frühen modernen Europa“, Elisabeth Eisenstein, 1997

    -„Entstehung eines Bildwerkes“, Remy Zaugg, 1990

    – „Die große Schachtel, de ou par Marcel Duchamp ou Rrose Sélavy“, Ecke Bonk, 1989

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    [hu: fʌk off] space OPEN CALL

     

     

     

     

     

     

     

     

    Sommersemester 2013
    Einreichfrist 25. Februar 2013

    www.hufakoffspace.net

     

    Der [hu: fʌk off] space versteht sich als offener Raum für alle Studierenden der Universität für angewandte Kunst.

    Die Auswahl der Arbeiten richtet sich nach Kriterien der Diversität (Geschlecht, Studienrichtung, Medium, etc.)

     

    Bevorzugt werden:

    – klassenübergreifende/interdisziplinäre Gruppenausstellungen
    – prozessuale und/oder projektbezogene Ansätze
    – raumbezogene Ausstellungen
    – Ausstellungen, die die Felder Kunst und Gesellschaft thematisieren
    – experimentierfreudige Konzepte

    Einreichungen für konkrete Ausstellungsvorhaben mit:

    – Name
    – Klasse
    – Titel
    – Beschreibung (Text und Bild, im Umfang von ca einer Seite)

    an offspace@hufak.net